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vor 4 Monaten

Tobias Kohler

Auf vielen Webseiten wird man mit Werbung konfrontiert und klassische Adblocker funktionieren oft nicht mehr. In diesem Artikel erklären wir, wie Pi-hole, ein Ad- und Trackerblocker, installiert werden kann.

Werbung Ade! Wie Sie Pi-hole bei sich installieren können

Im ersten Teil dieses Artikels wurde Pi-hole vorgestellt, ein Programm, welches als Ad- und Trackerblocker agiert.
In diesem zweiten Teil des Artikels geht es nun darum, wie man Pi-hole aufsetzt und in Betrieb nimmt. Für ein gutes Verständnis des Artikels ist deshalb auch ein etwas höheres Mass an technischer Affinität von Nöten als bei seinem Vorgänger.

Die Installation

Was zur Installation benötigt wird

Ursprünglich für den Minicomputer Raspberry-Pi entwickelt, kann dieses Programm mit wenig Aufwand in kurzer Zeit auf verschiedenen Linux Systemen installiert werden. Die offiziell unterstützten Betriebssysteme können in der Dokumentation (auf Englisch) unter folgender Adresse nachgeschlagen werden: https://docs.pi-hole.net/main/prerequesites/

Zur Installation habe ich gerade mal eine Viertelstunde benötigt und den einzigen wirklichen Vorteil, den mir mein Fachwissen als Informatiker bei der Installation bot, war, dass ich nicht zuerst nachschlagen musste, wo und wie ich meine Router konfigurieren konnte. Aber dazu kommen wir später noch.

Mein Setup:

1x Raspberry-Pi 3 mit Raspbian als OS
1x USB Ladegerät
1x Lan Kabel

Zum Installieren benötigte ich noch Tastatur, Maus und Monitor. Diese werden nach der Installation nicht mehr benötigt. Natürlich könnte das Setup auch über SSH mit der Konsole installiert werden.

Der Installer

Wenn man nicht gerade ein 0-8-15 Internet Setup hat ist es ratsam, kurz einen Blick in die Doku1 zu werfen bevor man Pi-hole installiert, um allfällige Konflikte mit anderen Diensten im Netz zu vermeiden. Hat man jedoch wie ich ein simples Setup und ein frisch aufgesetztes Raspberry Pi, kann man direkt zur Installation übergehen.

Zum Installieren öffnet man auf dem Raspberry Pi die Konsole und führt folgendes Kommando aus.

curl -sSL https://install.pi-hole.net | bash

Anschliessend wird man vom Installer Schritt für Schritt durch das Setup geführt.

Ist die Installation durchgeführt hat man es schon fast geschafft.

DNS Server Setup

Was noch zu tun bleibt, ist dem Pi-hole eine statische IP zu vergeben und es als DNS-Server zu setzen. Zu zweiterem gibt es mehrere Optionen.

  1. Im Router (deckt alle Geräte Im Netzwerk ab)
  2. Im PC (deckt nur einzelnes Gerät ab)
  3. Im Pi-hole DHCP (deckt alle Geräte ab)

Statische IP

Damit das Pi-hole als DNS-Server agieren kann, benötigt es eine statische IP. Diese kann in den meisten Fällen im Router hinterlegt werden. Dazu wird ein Zugang zum Admin-Panel des Routers benötigt. Wie man auf dieses gelangt ist in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts hinterlegt. Falls diese nicht mehr auffindbar ist, findet man sie im Internet, wenn man nach der Typenbezeichnung des Routers sucht.

Ist man im Admin Panel sucht man nach den IP Einstellungen. Es sollte sich eine Funktion finden lassen, mit welcher Geräten eine statische IP zugewiesen, bzw. für welche eine IP reserviert werden kann. Dies muss nun für das Pi-hole vorgenommen werden.

1.    DNS Setup im Router

Ist die fixe IP gesetzt, sucht man im Admin Panel des Routers nach den DNS Einstellungen (verbergen sich teils unter den DHCP Einstellungen). Dort sollte man einen DNS Server hinterlegen können. Wenn dies der Fall ist, kann man die zuvor gesetzte IP angeben und somit das Setup beenden.

Es gibt leider Router, die das Setzten eines DNS Servers nicht zulassen. In dem Fall muss leider auf Variante 2 oder 3 ausgewichen werden.

2.    DNS Setup im PC

Auf Windows und MacOS kann man den DNS Server für ein Netzwerk manuell einstellen.

Windows

Die Einstellung kann unter den Netzwerkeigenschaften vorgenommen werden. Durch Rechtsklick auf das Netzwerksymbol in der Taskliste und Auswählen des Menüpunktes «Netzwerk- und Interneteinstellungen öffnen», gelangt man zu den Einstellungen. Von dort aus gelangt man über «Adapteroptionen ändern» zu einer Auflistung aller Netzwerkadapter. Hier kann dann per Rechtsklick auf den mit dem Internet verbundenen Adapter das «Eigenschaften» Menü aufgerufen werden. Unter dem Reiter «Netzwerk» befindet sich eine Liste, in welcher der Punkt «Internetprotokoll, Version 4 (TCP/IPv4)»(1) aufgeführt ist. Dieser muss angewählt werden und anschliessend «Eigenschaften» (2) geklickt werden. Im darauf erschienenen Fenster kann im unteren Abschnitt (3) die IPv4 Adresse des Pi-hole eingetragen werden. Nun müssen die Änderungen nur noch mit «Ok» bestätigt werden und das Pi-hole kann seinen Job erledigen.

MacOS

Auch bei MacOs kann ein DNS Server hinterlegt werden. Dazu klickt man auf das Wifi-Symbol in der Taskliste oben rechts, «Systemeinstellung ‘’Netzwerk’’ öffnen» wählen. Im so geöffneten Menü «weitere Optionen» wählen und auf den Reiter «DNS» wechseln. An dieser Stelle kann die IP des Pi-hole hinzugefügt werden.

3.    DHCP Setup

Das Pi-hole kann als DHCP Server aufgesetzt werden, und übernimmt somit die Aufgabe, die IPs an die sich im Netzwerk befindenden Geräte zu verteilen. Dies ist praktisch, wenn man beispielsweise den DNS Server im Router nicht manuell setzen kann. Denn in den allermeisten Routern ist es möglich zumindest den DHCP Server manuell zu bestimmen. Ist das Pi-hole als DHCP Server gesetzt, kann der DNS Server gleich im Pi-hole selbst hinterlegt werden und muss nicht mehr im Router angegeben werden. Dazu navigiert man auf die Admin-Seite des Pi-hole.

Die Admin Seite kann im Browser mit der Adresse aufgerufen werden, welche sich wie folgt zusammensetzt: «PI-HOLE_IPADRESSE/admin», also z.B. «192.168.0.101/admin».

Unter Settings kann der DHCP Server eingeschalten werden. Danach muss im Admin Panel des Routers dessen DHCP Sever jedoch deaktiviert werden.

Folgende Dokumentation liefert noch zusätzliche Informationen zu diesen Einstellungen: https://discourse.pi-hole.net/t/how-do-i-use-pi-holes-built-in-dhcp-server-and-why-would-i-want-to/3026

Schlusswort

Wurde das Pi-hole korrekt installiert und integriert, wird ein Grossteil der Werbung im Internet keine Chance mehr haben, bei ihnen auf dem Bildschirm zu landen. Um noch mehr Werbung und Tracker zu blocken, können im Web-Admin noch zusätzliche Blocklisten hinzugefügt werden. Zudem können noch weitere Einstellungen zum Verhalten des Tools vorgenommen werden und über die Logs und Statistiken die Arbeit des Pi-hole überwacht werden.