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Intersim AG

vor einem Monat

Arten der Migration, Tipps und Tricks wie man migrieren könnte und welche Tücken es gibt, findet man reich-lich im Netz. Hier wollen wir uns nun mit folgendem Punkt auseinandersetzen: Gründe einer Migration von Webservern; Windows oder Linux.

DOMINIQUE MAYOR Software Engineer
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Software-Migration

Das Migrieren von Softwarelösungen jeglicher Art ist ein notweniges, jedoch oft mit Komplikationen verbundenes Vorhaben. So kann z.B. bei einem Serverwechsel das darunter liegende OS (Operating System = Betriebssystem) ändern oder das Verwendete Framework wird auf einen nächsten Major-Release aktualisiert. Software zu migrieren, kann natürlich noch sehr viel mehr, als nur die genannten Punkte beinhalten.

Die Prozesse der unterschiedlichen Arten von Migrationen sind oftmals sehr ähnlich. Eine Ist-Analyse wird gemacht, die entsprechenden Komponenten evaluiert, es wird entschieden welche Technologien verwendet werden sollen und die Migration wird ausgeführt. Nach der Migration sollte das gesamte Projekt für die Nachwelt gut dokumentiert werden.

Weshalb wechseln?

Diese Frage taucht wohl nicht einfach ohne konkrete Beweggründe auf, da sie Umstellung von Windows auf Linux sehr viel Arbeit mit sich ziehen kann.

Der Wechsel geschieht ausschliesslich aufgrund von nötigen Anpassungen in der Infrastruktur und den Prozessen einer Firma, oder aber aus finanzielle/technologische Gründen.

 

Es gibt noch heute viele Systeme, bei denen ein Wechsel von Windows auf Linux kaum möglich wäre. Gründe dafür stellen oft die Verwendeten Komponenten dar. Windows bietet komplexe Funktionen zu Kommunikations- und Arbeitsstrukturen, die mit Linux oftmals nur sehr schwer bis gar nicht abgebildet werden können.

 

Auf die Frage «Was war schlussendlich der Grund, für die Migration von Windows auf Linux» antwortet einer der Systemadministratoren der Intersim:


«Aufgrund der Stabilität, Performance, Sicherheit und weil es heutzutage Standard ist.»

                                                                                                   Pascal Steiner – System Administrator

 

Was sind die Unterschiede?

Die Entscheidung, ob Windows oder Linux hängt nicht nur davon ab, was den Systemadministratoren besser gefällt, sondern viel mehr, wie die tägliche Arbeit in der Firma aussieht und was die Kundenbedürfnisse sind. Ausserdem ist auch der «aktuelle Standard» der entsprechenden Branche sehr massgebend. So sind z.B. Firmen, welche schon länger am Markt tätig sind, oft durch Windowssysteme geprägt, da diese vor einigen Jahren als Standard galten und es keine wirklichen Alternativen gab.

 

Vorteile einer Infrastruktur auf Windowsserver:

  • Einsteigerfreundliche, intuitive Bedienung über grafische Oberflächen
  • Treiber für aktuelle Hardware sind schnell verfügbar
  • Lösung technischer Probleme via Systemwiederherstellung möglich
  • Exklusive und beliebte Microsoft-Programme wie SharePoint oder Exchange verfügbar

 

Nachteile:

  • Hohe Lizenzkosten, die mit jedem Benutzer steigen
  • Häufig sicherheitsrelevante Fehler
  • Sehr Ressourcenaufwändig (insbesondere aufgrund des Pflicht-GUIs)
  • Anfällig für Malware


Windows zeichnet sich u.a. auch durch eine riesige Community aus und da die Betreibung von Windows Servern seit vielen Jahren weit verbreitet ist, sind die Hilfestellungen im Internet ausgezeichnet.

 

Dem steht Linux mittlerweile aber in nichts mehr nach. Sehr viele Betriebe sind in den letzten Jahren von Windows auf Linux Server umgestiegen oder tun dies aktuell.

 

Jedoch bringt auch Linux gewisse Nachteile mit sich:

  • Komplexe Bedienung
  • Drittprogramme grundsätzlich nur vom Administrator installierbar
  • Updateprozesse oftmals sehr komplex
  • Einige der beliebten Windows-Programme funktionieren unter Linux nicht

 

Hier kommt nun der Lieblingspunkt der Finanzabteilung zum Zug: Die Nutzung eines Linux Betriebssystems auf einem Server ist kostenlos.

Weitere Vorteile:

  • Administratoren profitieren von den Freiheiten der Verwaltung des Systems
  • Selten im Fokus von Cyberkriminalität
  • Geringe Ansprüche an die Hardware
  • Unterstützt kooperatives Arbeiten von Haus aus

 

Ein Top-Kandidat in diesem Bereich ist Ubuntu. Das OS ist komplett kostenlos und sticht mit der hohen Performanz, der Flexibilität und der ausgeprägten Skalierbarkeit heraus. Linux Distributionen sind aber auch nicht nur kostenlos zu betreiben.

Je nach Betriebssystem fallen Supportkosten an, die unter Umständen sehr hoch sein können;

Z.B. sind «Red Hat Enterprise» sowie «SUSE Linux Enterprise Server» in der kostenlosen Variante nicht geeignet bzw. bringen oftmals schwerwiegende und somit kostspielige Hindernisse mit sich.

 

Eine informative Übersicht bietet hier z.B. folgendes Vergleichsportal:
https://www.tecmint.com/10-best-linux-server-distributions

 

 

Welche Probleme sind zu erwarte?

Das ist sehr unterschiedlich und kommt stark auf die Systeme darauf an. Eine häufige Knacknuss, bei der viele, ja sehr viele Stunden verbraucht werden können, ist, dass Linux die Gross- und Kleinschreibung beachtet.

Legt man unter Windows ein File ab im Verzeichnis: C:\Benutzer\Max\dokument.txt

Hat Windows keinerlei Schwierigkeiten diese Datei unter C:\bEnutzeR\mAx\dOkUment.txt zu finden.

Bei Linux hingegen würde ein solcher Aufruf in einer Applikation einen Fehler werfen.

 

Linux hat auch mit Leerzeichen in Dateinamen seine Probleme. Grundsätzlich funktioniert das Lesen solcher, doch lange nicht alle Softwarepakete, die Linux mit sich bringt, verarbeiten diese zuverlässig. Somit wird für Linux Systemen nicht empfohlen, Ordner oder Dateien mit Leerzeichen im Namen zu speichern.

 

Wer gewinnt?

Diese Frage kann nicht generell beantwortet werden. Windows ist mittlerweile vielleicht ein wenig verpönt, da Linux der aktuelle Trend zu sein scheint und weil seine Macken und Fehler viel weiterverbreitet sind, als die in den Linux Distributionen.

 

Als erstes muss abgeklärt werden, was das System können muss.  Sind hier z.B. Schnittstellen für Linux nicht vorhanden, muss nicht lange über Vorlieben oder Kosten gesprochen werden. So ist «.Net» an sich nicht mit sauberen mitteln lauffähig zu bringen. Wiederum können «.Net Core» Applikationen auf Linux Servern betrieben werden; nur wenige Funktionen, welche auf das System oder Filesystem zugreifen, funktionieren nicht auf Linux. Webserver mit Windows als OS sind noch immer eine geeignete Wahl für die entsprechenden Umstände.

 

Bei dieser Frage sollten auch personelle Ressourcen und das firmeninterne Know-how beachtet werden, sowie allfällige sicherheitstechnische Faktoren.

 

Da ein sehr grosser Vorteil von Linux verloren geht, wenn man das Betriebssystem mit GUI aufsetzt, werden Linux Server fast ausschliesslich über die Kommandozeile verwaltet. Fühlt man sich hier nicht wohl und möchte lieber die Bekannten Ordner und Fenster von Windows zur Verfügung haben, muss auch nicht lange diskutiert werden.

 

Übrigens gibt es auch Windows ohne GUI, doch das braucht niemand, weil es aus Performance-Sicht praktisch keinen Unterschied macht.

 

 

 

Quellen:

https://www.ionos.de/digitalguide/server/knowhow/linux-vs-windows-die-beiden-webhosting-loesungen-im-vergleich/