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HTTP/3 ist in den Startlöchern

HTTP/2 und HTTP/3 im Vergleich

Das Hyper Text Transfer Protocol (HTTP) ist im Internet für die Datenübertragung zuständig. Die Hauptnutzung besteht darin, Webseiten von einem Server auf einen Computer zu übertragen. Im November 2018 entscheid die Internet Engineering Task Force, dass aus Googles «HTTP-over-QUIC» der neue Standard http/3 werden soll. Was es damit auf sich hat, zeigt dieser Artikel.

Autor:in
Sandro Tanner
Veröffentlicht

Was bisher geschah…

TCP (Transmission Control Protocol) ist das am weitesten verbreitete Netzwerkprotokoll. Das Netzwerkprotokoll arbeitet eine Ebene tiefer als HTTP, kümmert sich also nicht direkt um die übermittelten Daten, sondern um die Pakete, welche effektiv versendet werden. Diese enthalten unter Umständen jeweils nur einen Bruchteil der gesamten zu übermittelnden Daten.

Die Spezialität von TCP ist, dass es auf ausgeklügelte Art sicherstellt, dass jedes Paket seinen weg unbeschädigt zum Ziel gefunden hat. Dies verhindert zwar Fehler, ist aber sehr aufwändig und führt zu einer relativ hohen Verzögerung für jede Verbindung, die aufgebaut wird. HTTP/2 versucht diese Verzögerungen zu umgehen, indem es im Optimalfall für alle Daten einer Webseite (inklusive Bilder und Skripts) nur eine TCP Verbindung aufbaut (multiplexing).

Dies hat aber nicht nur Vorteile. Bemerkt TCP ein verloren gegangenes Paket, unterbricht es die Übertragung, bis es den Fehler korrigiert hat. Wenn nur eine TCP Verbindung verwendet wird, heisst dies, dass die fehlerhafte Übertragung eines einzelnen unwichtigen Bildes die Ladezeit der gesamten Seite verzögert.

HTTP/3 = HTTP/2 + QUIC

In der kommenden Version des HTTP Protokolls soll erstmals nicht mehr TCP, sondern das neu entwickelte QUIC zum Einsatz kommen. Bei QUIC handelt es sich um einen Überbau des UDP Protokolls. UDP (User Datagram Protocol) wiederum ist sehr ähnlich wie TCP, nur ohne die Überprüfung auf korrekte Datenübertragung und ohne geordneten Verbindungsaufbau. Diese zwei Aufgaben übernimmt bei HTTP/3 eben QUIC, und macht dabei einiges besser.

So blockiert es bei einer fehlerhaften Übertragung nicht die weiteren Ladevorgänge (wie oben beschrieben) und zudem werden beim Verbindungsaufbau mit QUIC bereits erste Verschlüsselungsinformationen ausgetauscht. Dies erhöht die Effizienz verschlüsselter Verbindungen wie sie im Web in Form von HTTPS schon lange Standard sind.

Laut W3Techs.com setzen erst ungefähr 35% aller Webseiten HTTP/2 ein, trotzdem wird zurzeit schon fleissig an der kommenden Version 3 vom HTTP gearbeitet.

Fazit

Google und Facebook können zwar bereits QUIC. Bis HTTP/3 aber fertig ausgereift, veröffentlicht und von der breiten Masse von Webseiten eingesetzt wird, dürfte es noch einige Jahre dauern.

Trotzdem handelt es sich bei HTTP/3 aber um einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des World Wide Web. Effiziente Datenübertragungen bedeuten auch Energieeinsparungen. In einer Zeit, in der einerseits immer mehr Daten im Internet unterwegs sind und wir uns andererseits mit einem sinnvollen Umgang mit den stetig knapper werdenden Ressourcen beschäftigen, sind solche technischen Entwicklungen unbedingt anzustreben.

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