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Kann Künstliche Intelligenz kreativ sein?

KI Kunstwerk mit Köpfen

Künstliche Intelligenz automatisiert bereits viele Prozesse, wird sie den Menschen schon bald auch in kreativen Prozessen ablösen?

Autor:in
Chiara Fasnacht
Veröffentlicht

Einführung

Künstliche Intelligenz ist ein Schlagwort, welches man in letzter Zeit immer öfter zu hören bekommt. Normalerweise ein eher wissenschaftliches Thema, ist sie jedoch mittlerweile mit generierten Bildern zum Social Media Trend geworden.

Vor knapp einem Jahr (Januar 2021) tauchte «DALL-E» auf – ein Programm, das Text entgegennimmt und ein Bild generiert. Die Resultate welche «DALL-E» und später «DALL-E 2» produzieren sind oft surreal, und wurden vom Internet schnell als sein lustiges Spielzeug aufgenommen.

Darth Vader Ice Fishing KI

Doch die Bildgenerationsmodelle werden stetig besser. Nun ist «Stable Diffusion» das aktuelle Thema, ein Deep Learning Model, welches ebenfalls aus Text-Inputs ein Bild generiert. Mit dem Verändern von Parametern und Inputs kann das Resultat angepasst werden, bis das gewünschte Resultat erreicht ist. So kann zum Beispiel ein Gemälde in einem gewissen Stil generiert werden (z.b: Angela Merkel als Van-Gogh Gemälde)

Angela Merkel als Van-Gogh Gemälde

Diese Bilder wirken auf den ersten Blick beeindruckend realistisch, als wären sie tatsächlich von einem menschlichen Künstler gezeichnet worden. Bei genauerem Hinschauen fallen jedoch schnell kleine Ungereimtheiten auf – sogenannte «Artifacts» – welche bei der Generation von diesen Bildern entstehen können. Ein Schwarzer Fleck, der da nicht hingehört, ein Finger zu viel oder zu wenig, Schattenwurf, der aus der falschen Richtung kommt, Kleidung, die nahtlos in die Haut des Subjekts übergeht.

Doch die KIs werden immer besser. Was bedeutet das für kreative Prozesse?

Einfluss auf Kreative Prozesse

Was wir in diesem Kontext unter künstlicher Intelligenz verstehen, sind Machine Learning Algorithmen, welche darauf trainiert werden, menschlichen Content zu imitieren. Dafür brauchen sie einen Haufen Daten als Input. Diese Inputs kommen immer noch von Menschen.

Eine Problematik ist, dass KI oft unbewusste Tendenzen in diesen Datensätzen repliziert, welche wir vielleicht gar nicht wollen. Künstliche Intelligenz, welche für das Recruiting von neuem Personal zuständig ist, sowie Algorithmen zur Gesichtserkennung sind bereits mehrfach kritisiert worden, da sie rassistische Tendenzen aufweisen. Es braucht weiterhin die menschliche Überwachung, entweder beim Output oder beim Verwalten der Datensätze von der die KI lernt, um solche Situationen zu vermeiden.

Ein weiteres Problem ist, dass die Daten, welche eine KI zum Lernen braucht, oft von Benutzern kommen, welche dem Gebrauch ihrer Daten nicht zugestimmt haben. Zum Beispiel könne gewisse KIs den Stil eines Künstlers täuschend echt imitieren, wenn sie mit genügend Daten von Werken dieses Künstlers trainiert wird. Da stellt sich schnell die rechtliche Frage nach dem geistigen Eigentum.

Die wohl grösste Angst ist, dass künstliche Intelligenz Menschen in die Arbeitslosigkeit treibt. Historisch gesehen hat die Automation das Arbeitsumfeld drastisch verändert und viele Jobs redundant gemacht. So werden zum Beispiel heutzutage keine Autos mehr von Hand zusammengebaut. Ähnlich wird es mit Künstlicher Intelligenz sein. Arbeiter, deren Arbeit durch KI automatisiert wird, müssen umgeschult werden.

Neben den Gefahren bietet KI Content Generation aber auch die Chance, den Aufwand für das Generieren von Content dramatisch zu verkleinern. Wenn ein Designer ein Paar Mockups generieren kann, diese dem Kunden zeigt, und sich dann erst an das finale Design aufgrund der generierten Mockups macht, kann Zeit gespart werden.

Künstliche Intelligenz wird bereits vielerorts eingesetzt. Übersetzungsprogramme, welche auf Deep Learning Algorithmen basieren, wie zum Beispiel Deepl.com erzielen deutlich bessere Resultate als Google Translate. Eines der bekanntesten Einsatzgebiete von künstlicher Intelligenz ist das Erkennen von Mustern, zum Beispiel für die frühzeitige Erkennung von Krebszellen in Patienten, oder das Erkennen von Objekten auf der Strasse für autonome Fahrzeuge. KI wird oft auch für das Lösen spezifischer Probleme eingesetzt. Am 11. May 1997 schlug Deep Blue, ein Schach-Algorithmus von IBM zum ersten Mal Schach Grossmeister Garry Kasparov, mittlerweile sind Schach-Engines besser als ein menschlicher Schach-Spieler jemals sein könnte. Neben diesen zwei Feldern, droht künstliche Intelligenz nun auch Kreativität zu automatisieren?

Was vielen gar nicht so bewusst ist, ist das künstliche Intelligenz schon eine Weile verwendet wird, um Content Generation zu automatisieren, zum Beispiel werden Artikel bei Zeitschriften wie Forbes von Künstlicher Intelligenz generiert.

Im Jahr 2011 wurde in einem Literatur-Magazin folgendes Gedicht veröffentlich, ohne dass das Magazin wusste, dass es von einer KI generiert wurde:

A home transformed by the lightning
the balanced alcoves smother
this insatiable earth of a planet, Earth.
They attacked it with mechanical horns
because they love you, love, in fire and wind.
You say, what is the time waiting for in its spring?
I tell you it is waiting for your branch that flows,
because you are a sweet-smelling diamond architecture
that does not know why it grows.

  • unbekannt

Im Jahr 2016 schrieb ein japanisches KI-Programm einen Roman, der sogar die erste Auswahlrunde für einen nationalen Literaturpreis bestand.

Künstliche Intelligenz schafft es immer mehr, täuschend menschlich wirkende kreative Werke zu erschaffen.

Persönliche Meinung

Weitaus intelligentere und mit dem Gebiet besser vertraute Leute als ich haben sich bereits an der Vorhersage der Zukunft von künstlicher Intelligenz versucht, und sind kläglich gescheitert. Daher ist meine persönliche Meinung mit einer grossen Prise Salz zu geniessen. Ich glaube, dass der Fortschritt der Automatisierung, auch von kreativen Prozessen, so gut wie unumgänglich ist. Jedoch glaube ich nicht, dass KI den Menschen auf kurze Sicht komplett ersetzen kann, sondern als Werkzeug dienen wird. Sie liefert schnell eine Grundlage, welche dann von einem Menschen ausgebessert und verfeinert wird. Die Gefahr besteht jedoch, dass Konzerne KI-Content Generation bevorzugen und Arbeiter entlassen, weil es billiger kommt und der Qualitätsverlust verkraftbar ist.

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Quellen

Forbes - can I emulate human creativity

Vice - the poem that passed the turing test

Weried DALL E images

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