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title: "Vibe-Coding - Chance oder Risiko"
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description: "Mal ehrlich, das Coden fühlt sich im Moment ganz anders an als noch vor ein paar Jahren. Die Zeiten, in denen man stundenlang Pläne gemacht hat, bevor…"
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# Vibe-Coding - Chance oder Risiko

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 ![Symbolbild Vibe Coding](/_astro/intersim-vibe-coding.vjvqBwKQ_ZFiIJ4.jpg)

Mal ehrlich, das Coden fühlt sich im Moment ganz anders an als noch vor ein paar Jahren. Die Zeiten, in denen man stundenlang Pläne gemacht hat, bevor überhaupt die erste Zeile Code geschrieben wurde, sind nicht vorbei, aber sie bekommen Gesellschaft. Denn jetzt mischen mächtige KIs mit. Dabei entsteht eine neue Art zu arbeiten, auch "Vibe-Coding" genannt. Als jemand, der jeden Tag zwischen dem Entwerfen (UX) und dem eigentlichen Bauen (Entwicklung) unterwegs ist und KI auch täglich nutzt, will ich mal beleuchten: Was hat es mit diesem Vibe-Coding auf sich? Was ist super daran, aber auch, wo müssen wir aufpassen?

Autor:in

Oliver Zehnder

Veröffentlicht

20\. Mai 2025

## Was ist Vibe-Coding?

Der Begriff “Vibe-Coding” beschreibt ein Phänomen, das viele von uns erleben, wenn wir KI-Tools wie GitHub Copilot, ChatGPT oder ähnliche als Programmierhilfe einsetzen. Es geht darum, der KI eher eine intuitive Beschreibung, eine Absicht oder das “Gefühl” dessen zu geben, was man erreichen möchte, anstatt einen detaillierten Plan.

Hierzu hilft folgendes Beispiel. Anstatt zu sagen: “Erzeuge eine Funktion in JS, die eine Liste von Zahlen als Input nimmt, diese sortiert, doppelte Einträge entfernt und das Ergebnis als neues Set zurückgibt”, sagt man vielleicht eher: “Ich brauche etwas, das mir hilft, doppelte Zahlen aus einer Liste zu entfernen und das Ergebnis zu sortieren”. Die KI versucht dann, diese “Vibes” oder die grobe Absicht in funktionierenden Code zu übersetzen. Es ist ein bisschen wie Skizzieren, bevor man eine detaillierte Architekturzeichnung erstellt.

Wenn Vibe-Coding in seiner reinsten Form angewendet wird, wird davon ausgegangen, dass die Nutzenden keine Programmierkenntnisse besitzen. Die Wahl der Programmiersprache spielt für sie daher keine Rolle, da der generierte Code vielfach ohne Prüfung übernommen wird. Die sich daraus ergebenden Chancen und Risiken müssen daher genauer betrachtet werden.

## Chancen des Vibe-Codings

Diese intuitive, KI-gestützte Herangehensweise bietet einige spannende Vorteile:

-   Schnelles Prototyping und Experimentieren: Man kann Ideen schnell ausprobieren. Eine grobe Vorstellung reicht oft aus, um einen ersten Code-Entwurf zu erhalten, den man dann verfeinern kann. Das senkt die Hemmschwelle für Experimente.
-   Überwindung kreativer Blockaden: Wenn man nicht weiss, wo man anfangen soll, kann die KI einen ersten Impuls geben. Man beschreibt das Ziel, und die KI liefert einen Vorschlag, an dem man sich entlanghangeln oder den man anpassen kann.
-   Bewältigung von Boilerplate-Code: Mühsame, repetitive Aufgaben oder das Einrichten grundlegender Strukturen kann die KI schnell erledigen. Man beschreibt grob, was man braucht und die KI liefert den Grundaufbau. Das spart Zeit und Tipparbeit.
-   Niedrigere Einstiegshürde: Für Anfänger kann Vibe-Coding helfen, erste Erfolge zu erzielen, ohne sich sofort in Syntax-Details zu verlieren. Sie können sich auf das Was konzentrieren und die KI das Wie grob vorschlagen lassen (wobei hier die Risiken besonders hoch sind, siehe unten).
-   Lernen durch Beispiele: Manchmal liefert die KI Lösungsansätze, an die man selbst nicht gedacht hätte. Das kann helfen, neue Muster oder Bibliotheken kennenzulernen.
-   Fokus auf die höhere Ebene (für UX): Als UX Architect kann ich mich stärker auf das gewünschte Nutzererlebnis oder die Interaktion konzentrieren und bei Bedarf der KI überlassen, eine mögliche technische Umsetzung zu skizzieren. Das ermöglicht eine schnellere Kommunikation und Validierung von Ideen zwischen Design und Entwicklung.

## Risiken des Vibe-Codings

So verlockend die Möglichkeiten auch sind, Vibe-Coding birgt erhebliche Risiken, die man kennen muss:

-   Mangelnde Code-Qualität: KI-generierter Code kann fehlerhaft, ineffizient, unsauber strukturiert oder schlecht wartbar sein. Die KI hat kein echtes Verständnis für den Gesamtkontext oder Best Practices in einem spezifischen Projekt.
-   Verständnisverlust: Wenn man den generierten Code nicht selbst versteht, wird man zum “Copy-Paster”. Das führt dazu, dass man Fehler nicht erkennen, beheben oder den Code sinnvoll anpassen kann. Man verliert das tiefe Verständnis dafür, warum etwas funktioniert (oder eben auch nicht).
-   Sicherheitsprobleme: KI kann unbewusst Sicherheitslücken oder anfälligen Code erzeugen. Ohne das nötige Know-how, um den Code kritisch zu prüfen, läuft man Gefahr, unsichere Anwendungen zu erstellen.
-   Wartbarkeit und Konsistenz: KI-generierter Code kann Stilrichtlinien ignorieren und zu einem inkonsistenten, schwer wartbaren Durcheinander führen, besonders in grösseren Projekten mit Teams.
-   Abhängigkeit: Eine zu starke Abhängigkeit von der KI kann dazu führen, dass sich fundamentale Coding-Skills verschlechtern oder gar nicht erst richtig erlernt werden.
-   Debugging-Albtraum: Das Debugging von Code, den man nicht selbst geschrieben hat und dessen Logik man nicht vollständig durchdrungen hat, kann zeitaufwendig und frustrierend sein.
-   Lizenzfragen: Die Herkunft der Trainingsdaten und die Lizenzierung des generierten Codes können unklar sein und das birgt unter Umständen rechtliche Risiken.

## Mein Blick als UX Architect mit Dev-Background

Für mich persönlich ist Vibe-Coding ein wertvolles Werkzeug, aber kein Ersatz für fundiertes Handwerk. Mein UX-Wissen hilft mir dabei, die gewünschte Interaktion oder das Ziel klar zu formulieren, auch wenn die technischen Details noch vage sind. Die KI kann dann schnell einen ersten Entwurf liefern, um zu sehen, ob die Idee technisch machbar ist oder wie sich eine bestimmte Logik anfühlen könnte. Doch mein Entwickler-Background ist dabei unerlässlich. Er ermöglicht mir, den von der KI generierten Code kritisch zu prüfen. Ich nutze die KI, um schneller zum ersten Entwurf zu gelangen oder um Code-Grundlagen zu generieren, aber ich übernehme die volle Verantwortung für den finalen Code.

Vibe-Coding funktioniert für mich am besten bei:

-   Kleineren, isolierten Skripten oder Tools
-   Erste Prototypen von Features oder Interaktionen
-   Generierung von Code-Grundlagen oder sich wiederholenden Code-Mustern
-   Ausprobieren neuer Bibliotheken oder APIs anhand von Beispielen

Es ist weniger geeignet für kritische Systemteile, komplexe Algorithmen oder Bereiche, in denen höchste Performance oder Sicherheit gefordert sind – es sei denn, man hat die Expertise, den generierten Code gründlich zu validieren und zu optimieren.

## Fazit: Ein Werkzeug, kein Selbstzweck

Vibe-Coding, im Sinne des intuitiven Codens mit KI-Assistenz, ist eine mächtige neue Facette der Softwareentwicklung. Es kann den Prozess beschleunigen, die Kreativität fördern und die Einstiegshürden senken. Gleichzeitig birgt es erhebliche Risiken in Bezug auf Qualität, Sicherheit und das tiefergehende Verständnis.

Wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, wie man es einsetzt. Für erfahrene Entwickler kann die KI ein produktiver “Copilot” sein, der repetitive Aufgaben abnimmt und Ideen anstösst. Für Anfänger kann sie eine sinnvolle Lernhilfe sein, solange sie den generierten Code versuchen zu verstehen und zu hinterfragen.

Die eigentliche Chance besteht nicht darin, die KI zum alleinigen Programmierer zu machen, sondern sie als klugen Helfer einzusetzen. So können wir uns auf unsere menschlichen Stärken in der Softwareentwicklung konzentrieren: komplexe Probleme lösen, kreative Lösungen entwerfen und strategische Entscheidungen treffen.

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