Von Windows zu Arch Linux
Wieso man vom weitverbreitetsten Betriebssystem zu einem der aufwändigsten und komplexesten Linux Distributionen wechselt.
- Autor:in
- Patrick Piguet
- Veröffentlicht
Ausgangslage
Noch vor einem Jahr war im Sitevision-Kreis Windows als Betriebssystem absolut dominierend. Heute ist der grössere Teil der Mitarbeitenden auf Linux unterwegs. Die gängigste Distribution bei uns ist Ubuntu. Der Grund für diesen Wechsel kommt unter anderem, da wir seit einer Weile lokal mit Lando entwickeln. Zu Beginn wurde dies mit WSL realisiert. Da es immer mal wieder kleinere und grössere Hürden gab, wechselten nach und nach immer mehr Mitarbeitende auf Linux. Seither funktioniert die lokale Entwicklungsumgebung so gut wie noch nie. Vor allem das Debugging mit xDebug verursachte auf Windows im Zusammenhang mit WSL oft Probleme.
Doch es gibt auch Punkte, welche auf Windows besser liefen, wie z.B. Plug & Play von externen Geräten wie Kopfhörer oder allen Bluetooth-Geräten. Dies funktioniert auf Windows im Gesamten etwas “runder” und einfacher. Während bei Windows nach einem Update ab und zu die Entwicklungsumgebung nicht mehr lief, geht im Gegenzug bei Ubuntu teilweise das WLAN nicht mehr. Die Probleme bei Ubuntu sind im Normalfall schneller zu lösen und mit weniger Willkür verbunden. Trotzdem ist beides auf Dauer nicht zufriedenstellend.
Also stellte sich mir die Frage, ob es ein Betriebssystem gibt, welches sich nicht selbstständig macht. Die Antwort mit Arch Linux war naheliegend. Dieses System ändert nichts, ohne dass man es explizit einstellt. Das kann positiv wie negativ sein.
Der Wechsel
Also habe ich mir ein Wochenende Zeit genommen, um auf dem privaten Computer Arch Linux zu installieren. Das Ziel war neben Arch Linux auch gleich ein RAID 0 zu erstellen, um den Speicherplatz von beiden SSDs zu kombinieren und damit einen grossen zentralen Speicher zu erstellen. Dies war während der Installation auch der schwierigste Schritt. Gerade weil die beiden SSDs nicht gleich gross waren, musste mit dem Tool mdadm länger experimentiert werden, bis das RAID 0 erstellt war. In dieser Zeit hat man auch nicht das Gefühl von Fortschritt. Mit genügend Pausen und wiederholtem Lesen der Arch Wiki Anleitungen funktionierte schlussendlich auch das. Der erste spürbare Erfolg war, als das System erfolgreich gebootet hatte, der zweite, als eine graphische Oberfläche vorhanden war.
Über die ganze Installation gesehen ist ein Punkt extrem wichtig, nämlich das exakte Lesen der Installationsanleitung. Dies ist ein Skill, welchen man spätestens während dem Installieren lernt.
Ausblick
Seit der Installation sind 5 Monate vergangen und das Betriebssystem funktioniert genau so wie es soll. Es passieren keine Änderungen am System, ohne dass ich sie erlaube, lässt sich einfach warten und erweitern. Um Filme zu schauen, benutze ich VLC in Verbindung mit einem Synology NAS, um Dokumente zu bearbeiten Only-Office und dank Proton ist sogar Gaming ohne Probleme möglich. Mehr zum Gaming unter Linux könnt ihr hier nachlesen.
Der nächste Schritt wird sein, die Arbeitsumgebung ebenfalls auf Arch zu wechseln. Doch dafür werde ich mir erneut ein Wochenende Zeit nehmen.
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