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title: "Webseiten heute und vor über 25 Jahren"
url: "https://www.intersim.ch/insights/webseiten-heute-und-vor-uber-25-jahren"
description: "Artikel über neue Technologien gibt es schon unzählige. Wieso also nicht einmal einen Blick in die Vergangenheit wagen und schauen, was sich seit der Gründung…"
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# Webseiten heute und vor über 25 Jahren

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Artikel über neue Technologien gibt es schon unzählige. Wieso also nicht einmal einen Blick in die Vergangenheit wagen und schauen, was sich seit der Gründung der Intersim AG im Jahre 1997 in der Erstellung einer Webseite in den Punkten Vorgehen, Programmierung & Tooling und Gestaltungsmöglichkeiten geändert hat.

Autor:in

Pascal Christen-Viecelli

Veröffentlicht

11\. Mai 2023

## Vorgehen

Wagen wir also einen Blick ins Jahr 1997. Während heute Spezialisierungen wie Frontend-, Backend- und DevOps-Engineer oder Project-Manager gängig sind, so musste man früher oft Allrounder sein: schnell mal HTML und CSS-Code programmieren, ein bisschen Backend-Magie z.B. mit ASP, eine MS-Access “DB” (dem Autor widerstrebt dieser Begriff in diesem Zusammenhang) für das Speichern der Inhalte sowie einen Microsoft Server mit IIS hochfahren und schon hatte man eine Webseite. Da war noch was – ach ja genau, natürlich mussten Kunden gefunden werden, deren Bedürfnisse abgeholt und letztendlich Schulungen durchgeführt werden. Wasserfallvorgehen und Pflichtenheft ahoi, SCRUM noch Pustekuchen – gabs nicht. Ab und an mal Arbeiten bis in die Nacht und eine Pizza bestellen, dürfte aber gleichgeblieben sein. 😊

## Programmierung & Tooling

Die Aufgabenaufteilung war also oft anders als heute. Doch wie steht es mit den Grundkomponenten für eine Webseite? Auf den ersten Blick scheint sich nicht so viel geändert zu haben, so benötigt es immer noch HTML und CSS als Grundzutaten für eine Webseite. Während 1997 HTML noch in der Version 4 verwendet wurde, setzen wir heute auf HTML 5. Im HTML wurde der Aufbau einer Webseite vor allem mit Tabellen und Frames (nicht iFrames, das ist noch zu neu in 1997) implementiert – ohne gings nicht. Heute ist das Aufbauen von Webseiten mit Tabellen jedoch verpönt, da eine Tabelle lediglich für das Darstellen von Tabellen vorbestimmt und nicht im Hintergrund für die Strukturierung von Inhaltselementen vorgesehen ist. So brauchen wir heute allgemeine HTML-Tags wie «Divs» oder «Spans» oder auch sprechende Tags wie «Footer» und «Header» um dasselbe nachzubauen, was damals mit einer Tabelle realisiert wurde. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass mittels Tabellen eine responsive Darstellung gar nicht (oder nur sehr schwer) umzusetzen ist. Frames waren notwendig um verschiedene Seiteninhalte, wie «Header», «Body», «Footer», «Navigation» bei Bedarf neu zu laden. Heute löst man dies mittels einer zusätzlichen Technologie namens JavaScript, welche die Daten asynchron vom Server nachladen kann.

Auch beim Tooling hat sich einiges geändert. Wollte man z.B. einen Bilder-Slider machen, so hat man dies mit HTML, JavaScript und CSS programmiert. Dies hat einiges an Aufwand zum Programmieren und Testen gekostet. Heute werden wir dank ausgeklügelten Paket-Systemen, wie NPM oder Yarn, dabei unterstützt, in dem wir Features, wie einen Slider, von Drittanbietern einbinden können. Das spart Zeit und Kosten, da Features nicht mehr komplett selbstprogrammiert werden müssen und man diese wiederverwenden kann. Ein weiterer Vorteil von solchen Paketen ist, dass sie oft durch eine breite Community getestet werden und dadurch die Qualität des Codes zunimmt. Während Pakete vor allem die Wiederverwendung und Integration von Fremdcode als Features unterstützen, gibt es mittlerweile auch im JavaScript- und CSS-Bereich Optimierungen, welche die Programmierung unterstützen. Wiederverwendung und Umsetzen von responsiven Designs war früher sehr schwierig umzusetzen, da es einiges an Hacks benötigte. Heute gibt es einige sehr nützliche Frameworks wie Bootstrap oder Tailwind, welche ein Grundgerüst für HTML, CSS und JavaScript Layouts bieten. So ist der Aufwand für die Umsetzung von Responsive Webseiten stark gesunken. Aber auch die Programmierlogik im Browser mittels JavaScript wird dank zahlreichen Frameworks wie React, Svelte, Angular oder VueJS unterstützt - immer mit dem Ziel einfacher, sicherer, anpassbarer und wiederverwendbaren Code zu erhalten.

## Gestaltungsmöglichkeiten

Während heute dank Tools und Frameworks die Trennung von Struktur (HTML) und Design (CSS) gefördert wird, war vor rund 25 Jahren diese Trennung noch nicht so konsequent wie heute. Oft wurde HTML dazu verwendet einen wesentlichen Einfluss auf das Design vorzunehmen. So konnte man mit HTML oder auch mit CSS, überschneidend, gestalterisch dasselbe machen. Durch die unsaubere Trennung war ein Chaos im Code vorprogrammiert. So konnte man z.B. mit “Mein blickender Text” einen ganzen Text ohne JavaScript und CSS zum Blinken bringen. Heute reicht dazu HTML allein nicht mehr aus. Apropos blinken: 1997 – bei der Gestaltung einer privaten Seite musste alles in Bewegung sein und blinken. Unabdingbar waren animierte Gifs, der Mauszeiger sollte Non-Standard sein und blinkende oder glühende Texte waren an der Tagesordnung. Interaktionen wie Games oder Animationen wurden mit Flash und Java Applets umgesetzt, welche heute – aus Sicherheitsgründen – auf sämtlichen Browsern nicht mehr funktionieren. Heute löst man auch das mittels JavaScript, was wiederum einen Punkt für die Gegenwart ist. Auch bei Schriften hat sich einiges verändert. Vor dem Millennium war es leider nicht möglich Web Fonts einzubinden und man hatte meist nur «Arial», «Verdana» und «Times New Roman» zur Verfügung. Wollte man trotzdem eine andere Schrift so musste man diese z.B. mit Photoshop auf ein Gif einbrennen und statt eines Textes ein Textbild anzeigen. Aus einem Grund, welcher sich dem Autor nicht erschliesst, war es trendy die Schriften möglichst klein zu halten, damit es nicht zu einfach war, Texte zu lesen. 😉 Titel hat man zudem künstlerisch oft auch mit ASCII Zeichenketten verschönert, fast wie bei einem Graffiti.

Wir sehen also, die Entwicklungsschritte waren gross in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten. Auch wenn es schon früher möglich war, die meisten Webseiten von heute ähnlich nachzubauen, so war das oft eher ein «Gebastel» und es hat an gestalterischen Möglichkeiten gefehlt. Die Aufgaben sind heute klarer getrennt und erlauben es den beteiligten Personen bei einem Web-Projekt, eine Expertise in den jeweiligen Disziplinen zu erlangen, was sich am Ende in der Qualität des Projektes widerspiegelt. Durch gezielten Einsatz von neuen Hilfsmitteln wie Paket-Systemen und Frameworks wird die Effizienz in der Umsetzung und die Qualität des Projektes weiter gesteigert.

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