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Wie ausfallsicher sind heutige IT-Systeme?

Error-Meldung Beispielbild

Die digitale Welt erleichtert unseren Alltag – beruflich wie privat. Informationen und Anleitungen sind rund um die Uhr verfügbar. Und wir haben uns längst daran gewöhnt, dass es nicht entscheidend ist, alles zu wissen. Viel wichtiger ist es, zu wissen, wo Informationen zu finden sind.

Author
Bruno Lüthi
Release Date

Ausfall zum entscheidenden Zeitpunkt

Doch was passiert, wenn die Internetverbindung unterbrochen ist oder ein System zum entscheidenden Zeitpunkt nicht verfügbar ist? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Für alltägliche Fragen ist es meist unproblematisch, wenn die Antwort erst später eintrifft. Anders sieht es bei zeitkritischen Tätigkeiten mit hoher Verantwortung aus. Im professionellen Umfeld gelten oft strenge Compliance-Richtlinien und Anforderungen an die Systemverfügbarkeit – etwa durch gesetzliche Vorgaben, Branchenstandards, Zertifizierungen oder die Notwendigkeit der Nachvollziehbarkeit.

Sind heutige Systeme nicht ausfallsicher genug?

Trotz grosser Fortschritte gibt es keine vollständige Ausfallsicherheit. Gründe dafür sind unter anderem die hohe Komplexität moderner IT-Landschaften und die zahlreichen Abhängigkeiten zwischen Systemen. Die Kritikalität von einzelnen Komponenten – sogenannte Single Points of Failure (SPOF) – lässt sich teilweise durch Redundanzen und gespiegelte Systeme entschärfen.

Ein konkretes Beispiel aus dem öffentlichen Verkehr zeigt, wie sich Ausfallsicherheit praktisch umsetzen lässt:

Für eine Kundin haben wir eine Lösung entwickelt, bei der ein spezialisiertes, webbasiertes Content Management System (CMS) als Quell- und Hauptsystem dient. Ergänzt wird dieses durch eine neue Mobile-App, die sicherstellt, dass Mitarbeitende auch offline auf alle relevanten Informationen zugreifen können.

Technische Umsetzung:

Die App synchronisiert täglich automatisch die aktuellen und nutzerspezifischen Daten via API-Schnittstelle vom Quellsystem und speichert sie lokal auf dem mobilen Endgerät. Für die Anzeige im Offline-Modus kommt das UI-Framework Flutter zum Einsatz.

Eine App entsteht – von der Konzeption bis zur Installation:

  • Konzeption und Design (UX/UI): Mit Figma entsteht ein klickbarer Prototyp. Bestehende Designvorgaben werden via Design System übernommen.
  • Entwicklung und Umsetzung: Für die Offline-Funktionalität der App wird Flutter eingesetzt.
  • Verteilung auf tausende Endgeräte: Der Rollout erfolgt über ein bestehendes Mobile Device Management (MDM).
  • User- und Inhaltsprüfung: Die Benutzer-Verifizierung in der App erfolgt via Single Sign-on (SSO). Mit Entra ID (vormals Azure AD) wird sichergestellt, dass sowohl das Quellsystem als auch die App die Nutzer korrekt identifizieren und die richtigen Inhalte ausspielen.

Für Unternehmen bedeutet das:

Entscheidend ist nicht, eine „perfekte“ Lösung zu finden, sondern den passenden Grad an Ausfallsicherheit für die eigenen Anforderungen zu definieren. Eine Risikoanalyse, klare Prioritäten und gezielte Redundanzen helfen, mit vertretbarem Aufwand ein hohes Mass an Stabilität zu erreichen. Ausfallsicherheit ist kein Zustand, sondern ein kontinuierlicher Prozess – und genau darin liegt die Chance, Systeme Schritt für Schritt robuster zu machen.

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